Produktivität

YesYor, ein komplexes Thema. Arbeit und Freizeit, Süßes und Saures. Das perfekte Verhältnis von Beiden führt zur höchstmöglichen Produktivität, zu der das Individuum fähig ist. Zumindest nachhaltig gesehen. Man kann sich selbst auch zu Höchstleistungen antreiben, bis die Akkus brennen. Danach ist aber erst mal Schicht im Schacht, nennt es Burnout-Syndrom oder wie auch immer ihr wollt. Das Problem hat wohl jeder mal in seiner Pokerkarriere (außer durrrr), und zwar nicht nur einmal. Jeder hat da andere Lösungen, sich belohnen, eine Pause machen, trotzdem spielen und Geld verlieren, virtuell Leute abschlachten, whatever.

Das ist ja schön und gut, aber es muss ja garnicht erst dazu kommen. Aber wie, weniger spielen? Nur wenn man Lust hat? Nur wenn es einem richtig gut geht, nur wenn man genug Zeit hat? Dann könnte man so gut wie nie spielen, es seidenn man wäre Profispieler. Abgesehen davon MUSS man sich manchmal einfach pushen, zu spielen, wenn man mit diesem Spiel ein bisschen Geld verdienen will. Man muss gewinnen wollen, die anderen ausnehmen. Ohne diesen Drive seid ihr verloren. Aber wie hält man diesen Ehrgeiz aufrecht, wenn er einem nicht angeboren ist? Ganz einfach, durch Produktivität in anderen Bereichen.

Der normale Tagesablauf eines 0815-Pokerspielers sieht so aus: ~12 Uhr aufstehen, im Web surfen / zocken / frühstücken, Session #1, Abendessen, Zocken oder Session #2, Film / Serie schauen, Party machen, Zocken oder Session #3 bzw. Tourney bis morgens um 5, schlafen, repeat.

Die meiste Zeit schafft ihr nicht einmal Session #3, manchmal nicht einmal die #2. Und das, obwohl ihr NICHTS gearbeitet habt den ganzen verdammten Tag lang. Ihr seid Mehlsäcke, abgefuckte Inet-Junkies. Ich weiß manch einer denkt jetzt “aber wenn ich noch andere Hobbies / Interessen hätte, hätte ich keine Zeit mehr für Poker” – das stimmt nicht. Ihr werdet euch wundern, wie lang der Tag ist, wenn ihr mal morgens um 8 aufsteht und alle wichtigen Dinge erledigt, bevor ihr euch überhaupt an die Tische setzt, wenn ihr nebenher noch irgendwas anderes Produktives macht, das nichts mit Pokern zu tun hat. Meinetwegen Sport, Musik, Coden (wobei irgendwas, was nicht am Pc ist, von Vorteil wäre) etc.

Ihr werdet immer noch genug Zeit zum Pokern haben, vor allem MEHR Lust und MEHR Ehrgeiz, eure Ergebnisse werden sich merklich verbessern, ich bin mir sicher im Endeffekt werdet ihr sogar mehr Poker spielen, also zuvor und ihr werdet nebenher noch ein aktiverer und geistig / körperlich gesünderer Mensch. Horizont erweitern. Dann könnt ihr euch am Wochenende auch ohne schlechtes Gewissen zurück lehnen, die Seele baumeln lassen, einfach nichts tun. Nehmt euch einen Tag in der Woche, an dem ihr NICHTS macht. Garnichts. Auch nicht pokern, setzt euch unter einen Baum und denkt an nichts, lasst die Seele baumeln oder lest ein gutes Buch, das eurem Geist nicht allzuviel abverlangt, interessante Geschichten die euch faszinieren (ich lese gerade “Nordland”, wow). Das reicht völlig, um euren Drive aufrecht zu erhalten und euer Lebensgefühl merklich zu verbessern. Sonst habt ihr 24/7 im Hinterkopf “ich muss spielen, denn nicht spielen bedeutet Geld verlieren!”. An diesem Tag ist euer Kopf frei. Gehört ein bisschen Übung dazu.

Wie gesagt, das sind alles nur Tips von mir, die für mich selbst funktionieren, ich finde immer mehr zu meiner Balance zwischen Arbeit, Pokern und Freizeit, die jeder im Laufe seiner Karriere finden sollte, aber ich dachte ein paar Denkanstöße können nicht schaden.

Erhöhte Produktivität steigert eure Produktivität. Eine Aufwärts-Spirale vom Feinsten. Wer da nicht zugreift ist einfach ein fauler Sack.

mors

Nov 28, 2009Life and such.., Poker
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