Unaufrichtigkeit und Lüge

lieNachdem heute morgen die Bandprobe ausfallen musste, da der Rhein-Main-Verkehrsbund am Streiken ist, habe ich erst einmal 3 Stunden gegrindet (+5 BI) und schreibe jetzt gemütlich an meiner Hausarbeit zum Thema Sartre.Sartre

Dabei ist mir ein Kapitel untergekommen, bei dem ich sehr viele Bezüge aufs Pokern gesehen habe, “Die Unaufrichtigkeit.” Ich werde das Kapitel nur kurz zusammenfassen, wo dann die Parallelen zu Poker und vor allem zu eurem Ego liegen, das müsst ihr selbst herausfinden. Auf jeden Fall ist es ein weiterer Schritt in Richtung Erleuchtung.

Der Mensch kann sich gegenüber sich selbst negativ verhalten. Was muss der Mensch in seinem Sein also sein, damit es ihm möglich ist, sich selbst zu leugnen? Die Unaufrichtigkeit ist expliziert als “Sich-Selbst-Belügen.” Denn die Lüge kommt zustande durch einen Dualismus zwischen dem Lügner, der die Wahrheit kennt und daher vorsätzlich lügt, und demjenigen, der belogen wird und die Wahrheit nicht kennt.  Im Falle des Sich-Selbst-Belügens ist ein solcher Dualismus aber nicht möglich.

Wie ist es also möglich, dass sich das Bewusstsein seiner eigenen Unaufrichtigkeit nicht bewusst ist?

Die Psychoanalyse versucht dieses Problem so zu lösen, dass sie einen Dualismus zwischen “Ich” und “Es” herstellt, also dem Bewusstsein und dem Unterbewusstsein. Dies kann jedoch nicht die Erklärung sein, da konstituiv für diesen Dualismus die Zensur ist, welche ein Bewusstsein von den zu verdrängenden Trieben haben muss, um diese als solche erkennen zu können, ohne jedoch ein Bewusstsein von den zu verdrängenden Trieben zu haben, damit diese als verdrängt gelten können. Die Zensur ist also selbst unaufrichtig.

Sartre hat hier einen anderen Lösungsansatz. Er sagt, dass die Realität des Menschen “Faktizität und Transzendenz” ist. Und jetzt wird es spannend!

Unaufrichtiges Verhalten zeichnet sich dadurch aus, dass Faktizität und Transzendenz als miteinander identisch behauptet werden. Durch die Unaufrichtigkeit wird also die “menschliche Realität als ein Sein konstituiert, das das ist, was es nicht ist, und nicht das ist, was es ist.” Um dies genauer zu erklären, soll die Ehrlichkeit untersucht und der Unaufrichtigkeit gegenüber gestellt werden. Die Ehrlichkeit ist die Forderung, dass der Mensch nur das sein soll, was er ist. Dies impliziert, dass der Mensch nicht das ist, was er ist, sondern sich zu dem machen muss, was er ist!

Konklusion ist also: Gesteht man sich ein, das zu sein, was man ist, so begibt man sich dabei auf eine Reflexionsebene, die eben dieses Sein transzendiert und verdinglicht, so dass man in dem Moment, in dem man sich eingesteht, das zu sein, was man ist, nicht mehr das ist.

Ok, das war jetzt etwas schwierig zu verstehen, Cliffnotes sind: Ihr belügt euch selbst, ihr könnt nichts, ihr seid absolute Anfänger was das Pokerspiel angeht. Ihr verliert und verliert, doch ihr gesteht es auch nicht ein, “ihr habt ja nur Pech”. Sobald ihr euch eingesteht, dass ihr Verlierer seid, diesen Zustand transzendiert, seid ihr auf dem ersten Schritt weg vom Verlierer und…zur Erleuchtung. Warum etwas so einfaches so kompliziert ausdrücken? Ganz einfach, weil jeder diesen Ratschlag schon 1000 mal gehört hat, aber keiner beherzigt ihn, da er eine seelenlose Formel ist, ohne Hintergrund, ohne Argumentation. Die habe ich euch jetzt geliefert und ich hoffe ihr könnt endlich anfangen, an eurem Spiel zu arbeiten. Viel Spaß.

Feb 5, 2010Life and such.., Nerdshit, Poker
Vernunftsdroge PRÜFUNGSFREI!
CommentsRSS3
  1. omg, da sagt man naturwissenschaften seien kompliziert…ich versteh kein wort. holzpoker ftw.

  2. :D ist auch einer der schwierigeren philosophen

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