Bankrollmgmt
Bankroll-Management
© Moritz Czubatinski, http://www.pokergeeks.de; 29.01.2009
Die Bankroll. Das Werkzeug eines jeden Spielers – zu vergleichen mit dem Hammer eines Handwerkers. No hammer, no fun
!
Deshalb sollte man auf seinen Hammer aufpassen. Ihn nie zu großen Belastungen aussetzen. Ab und zu darf man wenn man sich gut und zuversichtlich fühlt auch gern mal richtig draufhauen in der Hoffnung auf den großen Durchbruch – aber sich hinterher nicht beschweren, wenn er ein paar Macken hat! Bevor er zugrunde gerichtet wird sollte man jedoch aufhören und wieder kleinere Bretter nageln. Wenn ihr versteht..
Ich hör jetzt mal auf mit dem Metaphergesabbel. Es gibt Richtlinien für jedes Spiel und jedes Limit an Buy-Ins, die man besitzen sollte, um das jeweilige Limit zu spielen. Die wichtigsten sind:
6max: NL1-NL200 à 20 BIs; NL400-NL600 à 40 BIs; >=NL1k à >= 50 BIs.
Die Richtlinien für Multi-Table-Tournaments, Full-Ring, Heads-Up, Sit’n’Gos, Pot-Limit Omaha etc. findet ihr mit etwas Recherche ganz leicht über Google oder auf http://www.twoplustwo.com. Alle hier aufzuzählen ist nicht der Sinn dieses Artikels. Zahlen aus dem Internet suchen und sich daran halten kann jeder
. Vielmehr will ich euch vermitteln, dass dies wirklich nur Richtlinien sind, an die man sich
nicht zwingend halten muss, doch wenn man von ihnen abweicht sollte man auf jeden Fall einen triftigen Grund haben. Wie bei allen Handlungen im Poker solltet ihr BEVOR ihr handelt, erklären können, warum ihr so handelt – und nicht hinterher dumm aus der Wäsche glotzen. Ich kenne Leute, die haben schon NL400 gespielt, weil sie 500$ im Cashier hatten. Fakt ist: Jedesmal, wenn ihr mit zu wenig BIs für euer jeweiliges Limit spielt, braucht ihr einen verdammt guten Grund, und zwar einen viel besseren, als wenn ihr mit zu viel BIs spielt. Das könnte ein Fisch auf einem höheren Limit sein, den es sich lohnt, zu jagen. Es könnte auch sein, dass ihr in eurem Spiel so sicher seid, dass ihr Shots wagen könnt – Shot- Taking ist eine gute Methode, eure Bankroll zu boosten oder sie zu vernichten, wenn ihr nicht Tilt-Resistent seid. Es könnte auch sein, dass ihr die jeweiligen Limits auf denen ihr gerade spielt, schlagt und schon geschlagen habt und nur keine ausreichende Bankroll habt, weil ihr etwas ausgecasht habt. Das ist in Ordnung, ihr solltet jedoch NIE unter 10 BIs ein Limit spielen, egal welches. Die Varianz ist einfach viel zu hoch und ein 10 BI-Downswing kann jedem einmal passieren. Im Folgenden werde ich auf die einzelnen Stichpunkte, die mir im Zusammenhang mit der Bankroll als äußerst wichtig erscheinen, näher eingehen.
1. Selbstsicherheit (Confidence) und Tilt
Man glaubt es ja nicht, man glaubt es ja nicht – aber man hat beim Pokern nur auf sehr wenige Dinge Einfluss. Wir haben keinen Einfluss auf die Karten, die uns gegeben werden, auf die Suckouts, die wir kassieren oder ob uns kurz vor dem größten Pot unseres Lebens der Herzinfarkt trifft. Das, worauf wir Einfluss haben, das sollten wir dann wenigstens auch zum Guten wenden. Wir haben Einfluss auf unsere Bankroll und unsere Sicherheit, mit der wir uns an einen Tisch setzen. Umso mehr Geld wir besitzen für das jeweilige Limit, umso weniger macht uns ein Suckout zu schaffen oder umso weniger Probleme haben wir, einen toughen Fold zu machen. So einfach ist das. Umso mehr Geld wir haben, umso weniger und seltener denken wir während des Spielens an das Geld. Und das ist ja genau das, was wir erreichen wollen. Gut zu spielen, unabhängig von den Resultaten.
Die Grenze, wo wir gegenüber Resultaten „taub“ werden, liegt bei jedem woanders. Bei mir sind es definitiv 30 Buy-Ins und nicht 20 – ab 25-30 Buy-Ins kann ich ohne Tilt, ohne auch nur einen einzigen Gedanken an das Geld zu verschwenden, mein bestes Poker spielen. Diese Grenze muss jeder mit sich selbst ausmachen, es ist jedoch verdammt wichtig sie zu kennen. Wenn ihr ein schnelles Auto besitzt und habt die Möglichkeit, 300 zu fahren, seid dort jedoch nicht mehr in eurer Komfort-Zone, sondern nur bei 200, dann fahrt ihr eben 200. Ihr kommt sicherer und entspannter ans Ziel, eventuell etwas langsamer, aber mit 300 ist der Totalschaden, da man in der Kurve rausfliegt, nicht weit. Ich denke die Vorteile überwiegen bei weitem die zu vernachlässigenden Nachteile. Es ist natürlich wichtig, so schnell wie möglich in den Limits hinaufzuklettern, um mehr Profit zu machen – aber ihr seid definitiv schneller, wenn ihr besseres Poker spielt. Dann grindet ihr eben 2 Wochen länger euer aktuelles Limit und macht ein paar Buy-Ins mehr. Dafür habt ihr dann einen Puffer für das Upmoven – next point.
2. Moving Up
Kann einen schnell zum Tilten bringen. Ein höheres Limit sollte man nicht spielen, wenn man die Bankroll dafür hat, sonder wenn auf dem aktuellen Limit kaum noch Gegner bestehen, die einem Probleme bereiten. Und vor allem sollte man genügend Bankroll besitzen – mindestens 20, besser 30 Buy-Ins. Meine Taktik besteht darin, mit 30 Upzumoven, wenn ich 5 Buy-Ins down bin auf dem Level, gehe ich wieder eins herab, auf das vorherige Limit, von dem ich weiß dass ich es beaten kann und confident bin. Dann grinde ich dort wieder 10 Buy-Ins heraus, analysiere meinen Shot und mache es das nächste mal besser. Mit soviel Puffer im Rücken kann ich auch im neuen Limit relativ Tilt-Resistent spielen und muss nicht Angst haben, meine Roll aus bescheuerten Gründen zu busten. Über das Thema an sich könnte man selbst einen ganzen Artikel schreiben, mal sehen
.
3. Shot-Taking
Eine Kunst, die man beherrschen sollte, vor allem um, Fische zu jagen. Das einzige, was das Thema mit eurer Bankroll zu tun hat: Ihr könnt sie damit boosten oder zerstören. Macht keine Shots, um Losses zu chasen oder weil ihr denkt, es wird halt mal Zeit. Setzt euch ein Limit an BIs, das ihr verlieren könnt, bevor ihr aufhört. Und hört dann auch wirklich auf, sonst wird euer Shot in einem desaströsen Massaker enden, welches eure Bankroll so hart verkrüppelt, dass ihr wieder 3 Monate lang das untere Limit grinden dürft. Was uns zum nächsten Punkt bringt..
4. Moving Down
Etwas, das viele Spieler aufgrund ihres Egos nicht gebacken bekommen und lieber mit dem sinkenden Schiff untergehen. Fallt ihr unter eure Komfortgrenze an Buy-Ins, dann grindet einfach ein bisschen das Level darunter. Es ist gut, um Tilt loszuwerden, euer Selbstvertrauen wieder aufzubauen und um bis zum nächsten Versuch auf dem nächsten Limit etwas distanzierter auf den ersten Versuch zu sehen, sodass ihr den nächsten besser planen könnt. Niemand wird euch auslachen, nur weil ihr ein Limit runtergeht. Im Gegenteil, man braucht dafür eine verdammt starke Disziplin. Wenn ihr dies nicht tut, kann es sein, dass ihr ein ganzes Jahr braucht, um eure Bankroll zu rebuilden oder dass ihr sogar broke geht und euch
danach selbst verflucht. Also seid einfach mal vernünftig
.
5. Cashouts
Cashouts sind wichtig, um die Motivation aufrecht zu erhalten. Aber sie sollten keine Löcher in eure Bankroll reissen, da dies die Motivation komplett zerstört. Mehr als ein Zehntel eurer Bankroll solltet ihr nie auscashen, ganz egal für was. Wenn ihr Geldprobleme habt, sucht euch lieber einen Job und grindet eure Bankroll nach oben, das ist weitaus profitabler, als monatelang auf einem Limit rumzukrebsen. Mein Tip: Casht euch jeden Monat einen Buy-In aus und kauft euch davon was oder ladet eure Freundin zum Essen ein. Ab NL100 wird das schon ein Spaß, denn 100€ für sinnlosen Scheiss ausgeben kann ziemlich motivierend sein
.
Abschließend kann ich nur sagen, dass eure Pokerkarriere logischerweise mit eurer Bankroll steht und fällt. Also behandelt sie gut und mit Respekt, pflegt sie gesund wenn sie krank ist und bürdet ihr nicht noch mehr Lasten auf, denn letztendlich werdet ihr selbst immer die Folgen davon zu spüren bekommen. Easy as that
! Selbstdisziplin ist eine der Tugenden eines erfolgreichen Pokerspielers.
Und nehmt euch vor allem Punkt #1 zu Herzen, wenn ihr darüber grübelt, warum ihr nicht auf eurem A-Game spielen könnt, obwohl alle anderen Umstände stimmen.
0
bluefirepoker.com [coaching]
bonushure.com [blog]
cardrunners.com [coaching]
codingthewheel [coding]
deucescracked.com [coaching]
exp.de [gaming]
jaredtendlerpoker.com [mental coach]
leggopoker.com [coaching]
likandoo.com [blog]
poker2share [information]
pokerplayersalliance.org [lobby]
pokerring.com [community,events]
pokersites.com [directory]
pokertips.org [community,info]
raiseandfall.com [blog]
rakebonus.org [rakeback]
tableratings.com [playertracker]
twoplustwo.com [community]