Weiter gehts mit Part 2/4 .
Tag #3: An dem Tag habe ich wie erwartet nur gepennt, gegessen…abends sind wir dann in die Gulou Dajie, eine nette Straße mit lauter kleinen alternativen Bars und Shops, untergebracht in alten Hutongs, den traditionellen Unterkünften, von denen die chinesische Regierung hoffentlich ein paar stehen lässt. Highlight war die Chuáng-Bar, übersetzt Bed-Bar, ziemlich teure Drinks aber auch ziemlich genial. Ein altes Hutong wurde renoviert und in jeden Raum eine Bett- und Sofalandschaft integriert, auf die man sich flacken konnte. Ein Hutong ist quasi ein Innenhof, um den herum sich die Wohn- und Arbeitsräume verteilen. Wirklich sehr gechillt. Nach 2 Whiskey-Sour für jeweils 5€ sind wir dann nach HouHai, ein Viertel das sich um einen kleinen und einen großen See bildet und am Ufer ebenfalls lauter kleine Bars mit Dachterassen, Live-Musik, Straßenhändlern usw. bietet. Überall hängen Lichterketten und auf den Sees fahren kleine beleuchtete Bote. Die alternative Szene von Beijing gefällt mir sseeehr gut, ich muss sagen dass ich mich an dem Abend in Beijing verliebt habe. Bei meinem ersten Aufenthalt gefiel mir Shanghai deutlich besser, jedoch umso mehr man von BJ kennenlernt, umso mehr offenbart es seine Schönheit. An dem Abend hatte ich leider meine Kamera aufgrund totaler Verballerung vergessen, deshalb kann ich euch nur Google-Bilder anbieten . Hutong, HouHai – damit bekommt man doch einen ganz guten Eindruck.
Tag #4: Ich bin mit einer Freundin in das Kunstviertel 798 gefahren, nachdem ich die ganze Nacht nicht gepennt hatte – 3 Kaffee um 23 Uhr…Koffeein macht mich einfach fertig. Entsprechend sah ich auch aus . Also mit dem Schwarztaxi dorthin, auf dem Weg hören wir Mp3-Player..Klassik. Warum stehen so viele Asiaten/innen auf Klassik? Macht mich auch fertig. Jedenfalls das 798 Viertel ist ein altes Industriegelände mit verratzten Fabriken, in denen Gallerien und Cafés untergebracht wurden, wirklich sehr geil und riesig. Ein paar Leitungen sind noch unter Druck und es strömt Wasserdampf aus, überall stehen Statuen und andere Kunstwerke herum. Das TV ist auch da und nutzt die Kulisse, eine chinesische Soap zu drehen wie mir meine Bekanntschaft erklärt. Arrrgh die gibt es hier also auch..nach 6 gechillten Stunden – man kann dort wirklich den ganzen Tag verbringen – hauen wir wieder nach Hause ab und gehen Lamm essen. Lammhaxe. Am Spieß, auf einem Tischgrill. Man dreht selber und schneidet selbst runter, mit selbstgebastelten langen Messern…so herrlich. Da macht es auch nichts aus, dass die Kohlen wie Uran-Brennstäbe aussehen. Ein Typ hat den Job, den ganzen Tag eben diese Kohlen anzuheizen und an den Tisch zu bringen. Sein Gesicht ist MEGA angeschwollen und er schwitzt einfach abnormal..lol. Danach schlafe ich 14 Stunden.
Tag #5: Mittags schaue ich mir die BeiDa an (chinesische ‘Harvard’ Universität) einfach weil es mich interessiert und ich mir den Campus anschauen möchte, nachdem ich die BLCU schon ganz gut kenne. Sie steht in Haidian, in diesem Viertel befinden sich übrigens noch ~60 weitere Universitäten . Gefällt mir ganz gut, die Chancen dass ich hier mal studieren könnte sind naja, nicht so hoch, aber vllt. mit Ausländer Bonus und ein bisschen Füßelecken oder so. Mal sehen. Abends gehen wir japanische Nudelsuppe essen und dann ins Kino, Inception. Kostet fast 9€, wow, das sind ziemlich europäische Preise. Wundert mich etwas. Der Film läuft auf Englisch mit chin. Untertiteln, also komme ich mit . Sehr empfehlenswert btw, wer ihn noch nicht gesehen hat. Leider sitzt hinter mir eine Trulla mit dem Handy die die ganze Zeit quatscht und ich weiß nicht was “Halts Maul” auf chinesisch heißt. Aber der Chinese neben ihr weiß es wohl und so kehrt irgendwann Ruhe ein.
Tag #6: Ich muss morgens um 5 Uhr aufstehen, da an diesem Tag mein Flieger nach Changzhou geht. Von einem sehr kleinen Flughafen ab, Beijing hat nämlich 2. Letztes mal wusste ich das nicht und bin zum Falschen gefahren, die haben ganz schön blöd gekuckt, als ich mit meiner Flugnummer ankam. Aber ich hab danach noch blöder geglotzt. Der Taxifahrer versucht mir auf dem Weg ein paar chinesische Wörter beizubringen, mit mäßigem Erfolg. Es ist zu früh und ich zu dumm, haha. Der Flughafen ist so Frankfurt-Hahn Style, man muss über das Flugfeld laufen um zum Flieger zu gelangen . So weit so gut, alles funktioniert. Im Flieger gibt es..’Frühstück’..eine Pappbox mit Peanuts, einem Mandel-Cookie, einem Milchbrötchen und komischer Entenpaste. Riecht so krass ekelhaft, dass ich mich nicht überwinden kann, daran zu lecken. Dem Mann neben mir schmeckt es auch nicht und er ‘schenkt’ mir seine Box, grinsend. Geil, 2x Peanuts! Frisch gestärkt setzen wir zur Landung an auf einer Landebahn, die aussieht wie ein Feldweg. Kennt ihr diese Ziegen auf den europäischen Flughäfen, die jeden Grashalm wegfressen, damit auf KEINEN Fall irgendetwas in die Turbinen gelangen könnte? Hier sind 30-cm hohe Wiesen links und rechts und vorne und hinten, die chinesischen Maschinen haben wohl keine Probleme mit..Gras. Jede Menge Militärmaschinen stehen auch rum und winkende Soldaten haha, fast wie bei einem Staatsempfang. Als ich aus dem Flugzeug aussteige bekomme ich eine harte Hitzeklatsche, es ist SO heiß und SO schwül, dass ich brechen möchte. Abnormal! Gepäck geholt und ab ins Taxi, die Adresse hab ich mir vorher aufschreiben lassen und er kennt sie wohl…die Straße vom Flughafen weg ist eine einzige Baustelle und gespickt mit Schlaglöchern, Baggern, Menschen, herrausstehenden Eisenstangen..meinen Fahrer juckt das wenig. Nachdem er 10 Minuten lang mit geschätzten 100km/h den Hindernisparkour im Slalom mit Dauerhupen genommen hat, bleibt er an einer Ampel stehen (wtf?) und schnallt sich an (WTF??) – ich will auch!!! Doch hinten drin gibt es keine Gurte. Ok, bekreuzigen und Augen zu. Den Rest der Fahrt habe ich verdrängt. Ich sage nur Gegenspur, Lichthupe, Vollbremsung, Ausweichmanöver, quer über die Kreuzung und dabei die Kurve schneiden, Hupen, Ausweichmanöver, Passanten streifen…fast so gut wie Achterbahn. Irgendwann komme ich an, mein Kumpel wohnt in einer Gated Community mit 24/7 Security und Supermarkt und Kindergarten auf dem Compound, klimatisierte Wohnung, Halleluja! Wir scouten die Stadt ein bisschen aus, da er auch erst vor ein paar Tagen angekommen ist und setzen uns in einen Uiguren, um lecker Lammfleisch mit Koriander und Reis zu essen, 2€. Es ist zu heiß, um irgendwas anderes zu machen also gehen wir nach Hause, pennen ein bisschen und ziehen abends wieder los, zur Changzhou-Filiale von Tayrio . Dort lernen wir einen Russen aus Karlsruhe kennen, der grad auf Montage ist und frisst wie ein Scheunendrescher – abnormal! Ich kann euch leider keine Bilder der genialen Wohnung meines Kumpels zeigen (3 Bedrooms, 2 Bathrooms, großes Wohnzimmer etc..geschätzte 500€ Miete), da ich nicht weiß, ob es ihm Recht ist, aber ein paar Bilder der Aussicht aus seiner Wohnung und ein paar Eindrücke von Changzhou, das mittags übrigens ABSOLUT MENSCHENLEER IST, sind drin. Ja, auch sowas gibt es in China. Liegt wohl an der Hitze.
So dit wars erstma für heute. Wird ja auch langsam tl;dr. Ich hoffe, es ist halbwegs interessant und ich kann euch vllt. dazu bewegen, auch mal einen Blick nach China zu werfen. Es lohnt sich .









